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Rom, DER Bericht


verfasst von Winfried van Hoof

Vorgeschichte


Ein Sänger unseres Chores hatte vor einigen Jahren den Vorschlag gemacht,
eine Sängerfahrt nach Rom zu unternehmen.

Dieses Vorhaben unterstützte er mit einer namhaften, zweckgebundenen
Spende an den MGV. Die überwältigende Mehrheit der Sänger war von
dieser Idee begeistert, und so wurde in die Planung eingestiegen.

Es wurden (noch unverbindliche) Teilnehmerlisten erstellt, die Sänger
nahmen an einem Sparprogramm zur Finanzierung des Eigenanteils teil
und man blickte optimistisch der Fahrt entgegen.

Schon schnell stellte sich heraus, dass es nicht so einfach ist,
das komplette Programm incl. Transfers, Unterkunft, Führungen,
Verpflegung usw. von Süchteln-Vorst aus zu regeln. So kam man überein,
für die Organisation ein Unternehmen zu suchen, welches hier Erfahrung
und Kontakte hat. Mit der auf Chorreisen spezialisierten Firma ZIK-Reisen
aus Datteln wurde der geeignete Partner gefunden und mit der Reiseplanung
betraut. Eine sehr gute Wahl, wie sich herausstellte.
Die Firma hatte beste Kontakte in Rom und sehr viel Erfahrung.
In gegenseitiger Absprache wurde ein Programm erstellt und alles organisiert.
Ebenso fand einige Monate vor der Romfahrt ein Info-Abend hierzu in unserem
Probenraum statt, welcher allerdings eher chaotisch verlief, da wichtige
Unterlagen und Informationen nicht vorhanden waren. Aber das Programm nahm
immer mehr Gestalt an, es wurde immer wieder geändert und nachgebessert,
und am Ende hatten wir ein Programm erstellt, welches in seiner Vielfalt
an Programmpunkten wohl kaum Wünsche offen ließ.


Vorbemerkungen

Um es gleich vorweg zu sagen, es war die wohl anstrengendste, aber auch
erlebnisreichste Sängerfahrt in der langen Geschichte des MGV. So manch ein
Sänger stieß hier an seine physischen, aber auch mentalen Grenzen.
Nicht jeder war in der Lage, das gesamte umfangreiche Programm mitzumachen.
Aber – man traf sich an vereinbarten Orten wieder, und meist klappte es auch.

An dieser Fahrt nahmen 51 Sänger und unser Chorleiter Bernd Cuypers teil,
eine Resonanz, wie sie noch nie da gewesen ist. Leider konnten einige Sänger
krankheitsbedingt nicht an der Rom-Reise teilnehmen – Schade.

Während der gesamten Reise wurden wir durch die Firma ZIK-Reisen betreut.
Frau Ingrid Minarzik erwartete uns am Düsseldorfer Flughafen und ließ uns
nicht mehr aus den Augen, bis wir wieder sicher in Deutschland gelandet waren.
An dieser Stelle ihr und allen Mitarbeiterinnen bei ZIK-Reisen ein herzliches
Dankeschön. Liebe Ingrid – wir haben Dich alle in unser Herz geschlossen!
Aber auch den Reiseführern vor Ort herzlichen Dank für ihre kompetenten und
fundierten Erklärungen bei den diversen Führungen.

Natürlich wird jeder der Teilnehmer andere Eindrücke gesammelt haben, andere
Dinge erlebt und erfahren haben. Dies ist ein Bericht, wie ich persönlich diese
Tour erlebt und empfunden habe.



Der 1. Tag – Freitag, 08. April 2011

Bereits um 08.00 Uhr morgens war ein Frühstücksbuffet für uns in unserem
Vereinslokal angerichtet. Mit einem üppigen Frühstück stärkten wir uns für die
vor uns liegenden Tage. Alle Reiseteilnehmer erhielten das verbindliche,
endgültige Programm sowie einen Stadtplan von Rom. Ein Reisebus der Fa.
Rath-Reisen brachte uns, mitsamt unseren Koffern, zum Düsseldorfer Flughafen.
Hier trafen wir unsere Reiseleiterin Ingrid Minarzik, welche uns während der
gesamten Tour betreute. Das Einchecken ging zügig, da die Flugtickets schon
am Vortag zuhause ausgedruckt worden waren. So hatte man reichlich Zeit im
Flughafen, bevor wir unser Flugzeug – ein Linienflug der Lufthansa – besteigen
konnten. Wenige Minuten nach 12.00 Uhr stiegen wir dann in die Lüfte.
Der etwa zweistündige Flug verging „wie im Flug“, es war herrlich klares Wetter
mit bester Aussicht auf die unter uns liegende Landschaft. Die Alpen bei
wolkenlosem, absolut klarem Wetter zu überfliegen, war ein eindrucksvolles
Erlebnis. Das Flugzeug war nur zur Hälfte besetzt, und so konnte man es sich
gemütlich machen. Natürlich bekamen wir auch einen Imbiss und Getränke.

Nach der Landung auf dem Flughafen „Leonardo da Vinci“ in Rom-Fiumicino
strömten wir zu den Gepäckbändern. Unser Band war schnell gefunden, aber die
Koffer ließen endlos auf sich warten. Aber nach einer knappen halben Stunde
lief das Gepäckband endlich an, und irgendwann hatte jeder seinen Koffer.
Gemeinsam marschierten wir mit unserem Gepäck aus dem Flughafen und fanden
zwischen diversen Baustellen schon schnell unseren Transferbus.

Der Bus brachte uns in etwa einer halben Stunde zu unserem Hotel im römischen
Stadtteil E.U.R. (Esposizione Universale di Roma), ein eigenartiger Name für
einen Ort. Es handelt sich hierbei um einen Stadtteil, welcher anlässlich der
geplanten Weltausstellung 1942 gebaut wurde, die aber wegen des Weltkrieges
nicht stattfand. Während der Fahrt erhielten wir schon die ersten Erklärungen
bezüglich der Außen-bezirke der Stadt Rom. Der Bus setzte uns vor unserem
gebuchten Hotel, dem „American Palace“ ab. Die Zimmerverteilung ging
einigermaßen zügig vonstatten, und nachdem alle Sänger ihre Zimmer bezogen
hatten, trafen sich viele im Innenhof des Hotels unter den gleichzeitig
blühenden und Frucht tragenden Orangenbäumen. Die ersten Biere wurden geordert
und die erste Überraschung erlebt: Ein Bier kostete gesalzene 5 Euro!
Aber Italien ist kein „Biertrinkerland“, und so stieg man später meist auf
den wesentlich günstigeren Konsum von Wein um. Unser Hotel lag zwar weit
außerhalb des Zentrums von Rom, hatte aber den Vorteil, dass in unmittelbarer
Nähe die Endstation der U-Bahnlinie B war. Von hier aus fuhr alle paar Minuten
eine Bahn in die Stadt. Und auch die Rückfahrt war einfach. Man stieg in die
Bahn, auf welcher „Laurentina“ stand und fuhr, bis es nicht mehr weiter ging.
Dann war man am Hotel. Und als alle das System der Fahrscheine durchschaut
hatten, gab es auch hier keine Probleme mehr. Gegen 17.30 Uhr gingen wir
gemeinsam zur U-Bahn und fuhren ins Zentrum. Hier erhielten wir ersten
Eindrücke von Rom und vom Vatikan auf unserem Weg zum Restaurant „Lo Stregone“.
Das Lokal lag in der Nähe der Engelsburg auf der anderen Seite des Tiber und
sollte für die kommenden Tage immer wieder unsere Anlauf-station sein.
Hier „bei Gina“ verbrachten wir viele Stunden. Die Tische waren für uns
gedeckt, Wasser und Wein stand auf den Tischen und schon bald wurde uns das
Essen aufgetragen. Es gab einen knackig frischen gemischten Salat, natürlich
Pasta und als Hauptgericht einen in Milch gegarten Schweinebraten mit
Rosmarinkartoffeln. Zum Dessert erhielten wir einen Eisbecher.
Der Abend gestaltete sich dann sehr unterschiedlich, viele verweilten noch
lange im Lokal, Andere Sänger zog es in die Stadt. Die Rückfahrt zum Hotel
organisierte jeder selbst.

Die interessanteste Variante war die Fahrt mit dem Schnellbus der Linie 30.
Es war wirklich ein „Schnellbus“! Ohne Rücksicht auf die teilweise miserablen
Straßenverhältnisse brauste er durch die Stadt. Da der Bus über keine
nennenswerte Federung verfügte, glich die halbstündige Fahrt nach Laurentina
einem „Höllenritt“! Ein Erlebnis, welches man so schnell nicht vergisst.
Nachdem alle Knochen wieder sortiert waren, ging es zu Hotel,
wo es noch ein spätes Getränk sein sollte. Dies war allerdings etwas
schwierig, da das Personal Feierabend machen wollte und auch darauf zu
achten hatte, das es im Hotel nicht zu laut wurde. Ein schwieriges Unterfangen.


Der 2. Tag – Samstag, 09. April 2011

Der Tag begann mit einer Panne! Der hoteleigene Weckdienst, der
alle Sänger um 06.30 Uhr wecken sollte, funktionierte nicht.
So haben einige Sänger leider Teile des Tagesprogramms versäumt.
Aber die meisten Sänger trafen sich um 07.00 Uhr zum Frühstück.
Dieses Frühstück war nicht so, wie man es in Deutschland erwartet.
Aber für italienische Verhältnisse war es mehr als üppig!
Es gab verschiedene Brot- und Brötchensorten, Wurst, Käse, Marmelade,
Eier (leider, wie in Italien üblich, steinhart gekocht und eiskalt),
verschiedene Müslis, Tomaten, frisches Obst und auch Kuchen und
süßes Gebäck. Hier konnte jeder etwas finden. Der Kaffee allerdings
war grottenschlecht (meine persönliche Meinung). Egal, welche Wahl
man am Kaffeeautomaten traf, er war einfach nur stark und bitter.
Ab dem zweiten Tag gab es zum Frühstück zusätzlich auch noch
(warmes!) Rührei. Kurz vor 08.00 Uhr gingen wir dann zur
U-Bahnstation und fuhren in die Stadt. Um 09.00 Uhr trafen wir
dann vor dem Eingang der vatikanischen Museen unsere Führerinnen
für den Vormittag, Roberta und Martha. Nachdem wir uns durch das
Getümmel in der Eingangshalle gekämpft hatten, unsere Tickets und
Audioguides erhalten hatten, trennten wir uns in zwei Gruppen und
gingen zu den vatikanischen Gärten. Die hier herrschende Ruhe und
Beschaulichkeit stand in krassem Gegensatz zum lauten und
hektischen Treiben vor dem Museumseingang. Ich war in der Gruppe
mit der Reiseführerin Martha, eine Dame, welche in etwa das Alter
des Ältesten unserer Sänger hatte. Sie geriet bei dem Spaziergang
durch den sehr hügelig angelegten Gartenkomplex ganz schön ins
Schnaufen, da sie gleichzeitig auch immer Erklärungen abgab.
Ein Botaniker hätte die helle Freude an ihr gehabt, sie konnte
zu jedem Baum oder Strauch eine ausführliche Erklärung abgeben.
Zum Garten selbst kann man sagen, dass er überraschend groß war.
Toll angelegt und immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf
den Petersdom, Teile des vatikanischen Palastes und auf die Stadt
Rom. An einem großen Brunnen trafen sich zwischenzeitlich beide
Gruppen, was natürlich genutzt wurde, um gemeinsam ein Lied zu
singen. Bei herrlichem Sonnenschein wurde immer öfter Schatten
gesucht. Wir besichtigten dann auch noch eine „Tiefgarage“,
in welcher verschiedene päpstliche Kutschen aus vergangener Zeit,
aber auch einige „Papamobile“ zu bestaunen waren.

Dann wurde es aber auch Zeit für eine Mittagspause.
In einem kantinenähnlichen Gastronomiebetrieb stärkten wir uns,
bevor es zum nächsten Besichtigungsmarathon ging.
Unter der Führung von Roberta strömten wir durch die vatikanischen
Museen. Ein endloser Menschenstrom trieb einen langsam durch die
ebenso endlosen Hallen, Höfe und Gänge. Die Menge an Eindrücken
bei diesen zahllosen Kunstwerken aus der Antike, dem frühen bis
späten Mittelalter und aus allen möglichen anderen Zeiten erschlug
einen geradezu. Was hier im Verlauf von fast 2000 Jahren
zusammengetragen wurde, war einfach unglaublich und auch
unbeschreiblich. Der Höhepunkt dieser Führung war natürlich der
Besuch der sixtinischen Kapelle, in welcher die Papstwahlen
stattfinden. Prächtig bemalte Wände und Decken durften nicht
fotografiert werden, wie die Museumswächter immer wieder riefen,
woran sich aber kaum jemand hielt. Schade war, dass man die Pracht
dieser Kapelle nicht mehr richtig würdigen konnte, weil man durch
die vorher schon stundenlang zu bestaunenden Kunstgegenstände,
Gemälde, Wandteppiche ... schon ziemlich abgestumpft war.

Die Krypta konnten wir anschließend nicht besuchen, da sie zu dem
Zeitpunkt geschlossen war. Wegen der bevorstehenden Seligsprechung
des letzten Papstes waren umfangreiche Umbettungsmaßnahmen in der
Krypta zu Gange.

Zum Abschluss besuchten wir dann noch den Petersdom.

Wir staunten ob der gigantischen Dimensionen dieses Bauwerkes.
Alles war einfach riesig. Eine Vorstellung von der Größe des
Petersdomes zeigte eine Markierungslinie auf dem Boden.
Hier war die Länge anderer berühmter Kirchen und Dome markiert.
Keine Kirche reichte auch nur annäherungsweise an den Peterdom heran.
Beim anschließenden Fußmarsch zur Kirche Santa Maria dell Anima
lernten wir den spätnachmittäglichen Straßenverkehr Roms näher
kennen. Vor allen Dingen die Rollerfahrer und –fahrerinnen
beeindruckten durch ihren Mut und ihre Verwegenheit.
Bei der Kirche Santa Maria dell Anima handelt es sich um die
Parrkirche der deutschen Gemeinde in Rom. Von außen unscheinbar
und leicht zu übersehen, von innen prächtig gestaltet.
Hier wollten wir die Vorabendmesse um 18.00 Uhr mit unseren
Liedvorträgen musikalisch gestalten. Die in deutscher Sprache
gehaltene Messe war nur spärlich besucht. Es waren mehr Sänger
als Messbesucher anwesend. Aber das war uns relativ egal, da wir
diesen Auftritt eher als eine Generalprobe für den Montag ansahen.
Wir sangen ganz ordentlich, allerdings musste man manchmal zu
dem Dichterwort „oh, wie sind wir tief gesunken!“ greifen.

Nach der Messe erreichten wir nach kurzem Fußmarsch recht müde
und mittlerweile ziemlich fußlahm unser Lokal bei Gina.
Hier erwarteten uns kalte Getränke und ein warmes Abendessen.
Salat, Pasta, Grillspieß mit Erbsen als Beilage und ein wieder
sehr synthetisch schmeckendes Eis zum Dessert.
Der Abend gestaltete sich wieder sehr unterschiedlich,
aber irgendwann waren wohl alle wieder im Hotel.


Der 3. Tag – Sonntag, 10. April 2011

An diesem Morgen funktionierte der Weckdienst um 06.30 Uhr,
obwohl wir eigentlich erst später aufzustehen brauchten.
Ich persönlich wurde sogar schon um 04.30 Uhr durch unseren
zimmereigenen Weckdienst aus dem Bett gescheucht!
Nach dem Frühstück fuhren wir wieder mit der U-Bahn in die Stadt.
An der U-Bahnstation neben dem Kolosseum trafen wir unseren
Reiseführer Malte, der uns mit Audioguides ausstattete.
Das antike Rom stand auf dem Programm. Das imposante Bauwerk des
- anscheinend von den Römern für die Ewigkeit gebauten – Kolosseums
bestaunten wir von außen. Vorbei am Forum Romanum und vielen
antiken Ausgrabungsstellen schlenderten wir bis zum
Viktor-Emanuel-Denkmal, dem gigantischen italienischen Nationaldenkmal.
Unser Reiseleiter versorgte uns mit einem steten Strom von
Informationen, die man so schnell gar nicht alle in sich aufnehmen konnte.
Mit einem Linienbus, der dank unseres Zustieges total überfüllt war,
fuhren wir dann bis zum Petersplatz. Hier kamen wir genau richtig zum
sonntäglichen Angelussegen an. Papst Benedikt XVI erschien am Fenster
seines Palastes, hielt eine kurze Ansprache in verschiedenen Sprachen,
grüßte alle Pilger und Besucher und erteilte den Segen.
Ein erhebender Moment, egal, wie eng man der katholischen Kirche
verbunden ist. Anschließend waren etwa anderthalb Stunden zur freien
Verfügung. Diese wurde weitgehend dazu genutzt, sich im Umkreis des
Petersdomes mit fester und flüssiger Nahrung zu stärken und in den
umliegenden Souvenirläden zu stöbern. Dann wurde es auch schon Zeit,
die Abfahrtstelle unseres Busses zu suchen. Wir hätten uns nicht zu
beeilen brauchen, denn der Bus kam 20 Minuten zu spät
(nach italienischer Zeit: pünktlich). Mit dem Bus verließen wir Rom.
Erstes Ziel war die Kirche „St. Paul vor den Mauern“, ein Bauwerk von
imposanten Ausmaßen und innen beeindruckend durch die riesige, reich
verzierte Deckenkonstruktion – keine Kuppeln oder Gewölbe, sondern ein
„Flachdach“. An den Wänden rundum konnte man Mosaikbildnisse aller
Päpste bestaunen – einige Stellen waren noch frei, es können also noch
einige Päpste gewählt werden. Argwöhnisch beäugt vom Wachpersonal
sangen wir einige Lieder, ein wunderbares Klangerlebnis in einer
wunderbaren Räumlichkeit. Weiter ging es mit dem Bus und schon bald
waren wir in den Albaner Bergen. Ziel war Castel Gandolfo, die
Sommerresidenz des Papstes. Ein etwas verschlafen wirkendes typisch
italienisches Dorf mit einem Marktplatz und dem päpstlichen Schloss
(mit Sternwarte!) im Hintergrund. Von den Seitenstraßen aus hatte man
einen herrlichen Blick in die Albaner Berge und auf den romantisch im
Tal liegenden Albaner See.
In der Kirche des Dorfes (eher eine größere Kapelle) sangen wir einige
Lieder. Wir sangen gut und die Akustik war sehr gut, es klang ganz toll.
Weiter ging es dann mit dem Bus nach Frascati, dem bekannten Weinort
in den Albaner Bergen. Größer konnte der Kontrast nicht sein: nach dem
beschaulichen Castel Gandolfo in die brodelnde Stadt Frascati.
Betrieb wie auf einem Volksfest.
Was wir nicht herausbekommen konnten, war die Frage, wo der
Frascati-Wein herkommt. Er ist auf der ganzen Welt erhältlich, aber
in der Gegend von Frascati haben wir kaum einen Weinstock gesehen!
Für uns waren im Gewölbekeller des Lokals „Il Pergolato“ Plätze
reserviert. Hier erwartete uns Wasser, Frascati-Wein und eine zünftige
Brotzeit. Die Brotzeit war schmackhaft, hatte aber eher die Dimension
einer Vorspeise. Unter der Ankündigung „Spanferkel“ hatten viele mehr
als eine Scheibe Bratenaufschnitt erwartet.
Der Wein floss in Strömen, und die angekündigte „Musik“ bestand aus
zwei ausgebildeten Opernsängerinnen und einem Akkordeonspieler.
Sie unterhielten uns etwa eine halbe Stunde lang mit ihren Liedern.
Als sie den „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ anstimmten, konnten wir
– zu ihrer Verwunderung – alle begeistert mitsingen. Es wurde ein
sehr feuchtfröhlicher Abend mit viel Wein und nicht ganz so viel Wasser.
Der Bus brachte uns dann sicher zu unserem Hotel zurück, wo der Abend
für viele noch lange nicht endete. Hitzige Diskussionen über
angemessenes Benehmen überschatteten etwas den weiteren Verlauf,
aber am nächsten Morgen war die Welt wieder in Ordnung.

Dem Hotel ging mittlerweile so langsam das Bier aus.

Immer neue Reserven wurden anscheinend hervorgeholt,
die Biersorten wechselten ständig,
nur der Preis von 5 Euro für 0,33 l blieb konstant.


Der 4. Tag – Montag, 11. April 2011

Am vorangegangenen Abend war schon darüber gesprochen worden, dass das
für diesen Tag vorgesehene Programm zu umfangreich sei. So war zu
vorgerückter Stunde ein geändertes Programm aufgestellt worden, welches
an einer Anschlagtafel neben dem Aufzug ausgehängt wurde.
Wir ließen es an diesem Tag etwas gemütlicher angehen. Nach dem Frühstück
(alles wie an den Vortagen) gingen wir um 08.30 Uhr zur U-Bahnstation
- ein mittlerweile schon gewohnter Weg – und fuhren ins Zentrum.
Unser Führer Malte war über die geplanten Änderungen informiert und
erwartete uns. Ausgerüstet mit unseren Audioguides besichtigten wir
zuerst die Kirche Santa Maria Maggiore, wie die Kirche St. Paul vor
den Mauern und der Petersdom eine der vier päpstlichen Kirchen Roms.
Anschließend gingen wir zur nahegelegenen Kirche San Prassede, welche
wir auch noch besichtigten. Dann hatten wir aber auch genug Kirchen
gesehen. So prächtig und sehenswert jede einzelne der zahllosen römischen
Kirchen auch ist, irgendwann ist es genug! Und dieser Punkt war für die
meisten Sänger jetzt erreicht. Mit der U-Bahn fuhren wir dann bis zur
„Spanischen Treppe“. Ich persönlich war von dem Bauwerk eher enttäuscht.
Viele Menschen, und eine Treppe. Allerdings hatte die Treppe zu dieser
Jahreszeit noch keinerlei Blumenschmuck und sah daher eher kahl aus.
Wahrscheinlich wird der Eindruck im Sommer wesentlich schöner sein.
Durch enge Gassen und verkehrsfreie Straßen spazierten wir dann zum
Trevi-Brunnen. Von Menschen umlagert und einfach nur toll anzusehen.
Das Brunnenbauwerk füllt den gesamten Platz und das kristallklare Wasser
vermittelt ein Gefühl von Kühle und Erfrischung. Dieser Brunnen ist
nicht umsonst Bestandteil aller Führungen, die den Namen
„romantisches Rom“ tragen. Durch enge malerische Gassen bummelten wir
weiter bis zum Pantheon, dem allen Göttern geweihten Tempel aus der
Römerzeit. Hier machten wir erst einmal Pause, kehrten in einer der
zahllosen Gastronomien ein und stärkten uns.

Grundsätzlich muss man sagen, dass man nahezu immer gut bedient wurde,
wo man auch einkehrte. Und die Preise waren – zumindest für römische
Verhältnisse – moderat, solange man kein Bier trank.
Das war immer ziemlich teuer.
Nach mehreren Telefonaten über die Firma ZIK-Reisen in Deutschland
hatten wir kurzfristig die Genehmigung erhalten, im Pantheon zu singen.
Und zwar um Punkt 14.00 Uhr und genau 4 Lieder. Das taten wir auch.
Wir stellten uns auf und sangen unsere vier Lieder, unter Anderen
auch „Oh Lord, what a morning“ mit den von Norbert Brötsch
vorgetragenen Solopassagen. Eine eigenartige Akustik in diesem Tempel,
der wie eine perfekte Halbkugel gebaut ist. Der Klang verhallte,
man hörte sich selber kaum, aber angeblich hat es für die Zuhörer
sehr gut geklungen. Weiter ging der Fußmarsch zum Ristorante
„Lo Stregone“ welches immer mehr zu unserer zweiten Heimat wurde.
Alle suchten nur noch Schatten und kalte Getränke.
Nach einer kurzen Rast und einigen Erfrischungsgetränken strebten
wir einem der Höhepunkte unserer Tour zu:
Im Petersdom sollten wir um 17.00 Uhr die Pilgermesse musikalisch
mitgestalten. Dank der Kontakte der Fa. ZIK-Reisen war uns dies
ermöglicht worden. Zwecks letzter Absprachen mussten wir
(unser Chorleiter Bernd Cuypers, unsere Reiseleiterin Ingrid Minarzik
und ich) vor der Messe in der Sakristei des Petersdomes erscheinen.
Durch zahlreiche verwinkelte Gänge erreichten wir diese endlich.
Im Petersdom ist alles gigantisch, auch die Sakristei.
Sie ist größer als manche Kirche bei uns.
Wir erhielten letzte Anweisungen, unsere Empfehlungsschreiben,
Pilgerbescheinigungen usw. wurden geprüft und dann wurden wir
in den Dom zu unserem Platz geleitet. Die Sänger waren im Dom im
nicht abgesperrten Teil, wurden aber dann von den Wachen in den
für die Pilgermesse vorgesehenen Bereich gelassen.
Wir konnten noch kurz proben, und der Domkapellmeister
(oder so etwas ähnliches) wollte uns noch auf die Schnelle einige
italienische Fürbitten-Gesänge beibringen, allerdings nur mit
mäßigem Erfolg. Die Pilgermesse begann um 17.00 Uhr.
Das vordere Drittel des Petersdomes mit dem Hochaltar war zu
diesem Zwecke abgeteilt, nur Messbesucher hatten Zutritt.
Der hintere – wesentlich größere – Teil des Domes blieb für den
Besucherverkehr geöffnet. Die Messe wurde weitgehend in lateinischer
Sprache gehalten. Unverständlicherweise für eine „internationale“
Pilgermesse wurde eine 15 Minuten dauernde Predigt in italienischer
Sprache gehalten. Wir sangen unter der Leitung unseres Chorleiters
4 Lieder, „Alta trinita beata“, Judicame deus“, „Confitebor“
und „Tjebje Pojem“. Unsere mühsame Probenarbeit hierfür hatte sich
mehr als gelohnt. Wir sangen konzentriert, sicher und gut.
Unser Gesang wurde über die aufgestellten Mikrofone in den gesamten
Petersdom übertragen. Nach Ende der hl. Messe dankte uns einer der
vier Geistlichen, welche die Messe zelebriert hatten, in deutscher
Sprache für unsere musikalische Gestaltung. Selbst der sehr arrogant
wirkende Kapellmeister nickte uns am Ende anerkennend zu.
Später wurden wir von vielen Besuchern angesprochen, welche uns
gehört hatten und voll des Lobes waren.
Die Gestaltung dieser Messe im Petersdom wird für alle Beteiligten
ein unvergessliches Erlebnis bleiben!!!
Gemächlich gingen wir dann den uns mittlerweile schon vertrauten Weg
zu unserer Gina. Hier wartete das Abendessen schon auf uns, Salat,
Pasta (natürlich), Schnitzel mit Rosmarinkartoffeln und als Dessert
Tiramisu. Im Verlauf des Abends wurde das – leicht verstimmte –
Klavier durch unseren Chorleiter in Betrieb genommen und wir sangen
noch einige Lieder. Es war wie ein „Sängerfrühschoppen“ nur abends.
Auch Ginas Sohn ließ sich noch zu einem Liedvortrag überreden, und
irgendwann waren die Biervorräte des Lokals erschöpft, wie im Hotel
übrigens mittlerweile auch. In kleiner Gruppe sind wir dann noch
durch das mitternächtliche Rom spaziert, haben die Piazza Navona und
den stimmungsvoll angestrahlten Trevibrunnen besucht, sind noch in
einer kleinen Taverne eingekehrt und irgendwann zum Hotel gefahren.
Hier hatten wir dann noch längere Diskussionen mit den Nachtportiers
in den verschiedensten Sprachen. Es ging sich darum, dass der
Hotelmanager irgendwann gekommen war und die an einem Balkon
angebrachte Fahne mit dem Süchtelner Stadtwappen entdeckt hatte.
Da er nicht wusste, was die Fahne bedeutete und Sorge wegen
irgendwelcher eventueller rechtspopulistischer Propaganda hatte,
war die Fahne entfernt worden. Das versuchten die beiden Herren
uns in einem Kauderwelsch aus italienisch, englisch und ich
weiß nicht, welcher Sprache zu erklären.


Der 5. Tag – Dienstag, 12. April 2011

Wieder wurden alle Sänger um 06.30 Uhr geweckt. Nach dem Frühstück
wurden die Koffer gepackt und die Zimmer geräumt. Für diesen
Vormittag war kein Programm mehr vorgesehen. Einige Sänger fuhren
nochmals ins Zentrum, andere besuchten den nahegelegenen Supermarkt
und eine Gruppe von etwa 15 Sängern für mit mehreren Taxen zu der
außerhalb gelegenen Callisto-Katakombe.
Hier hatten wir eine etwa 45 Minuten dauernde Führung mit vielen
Erklärungen. In diesen Katakomben wurden viele Jahrhunderte lang
die Toten Roms bestattet. Bis zu 17 Stockwerke tief hatte man sich
in das weiche Lavagestein eingegraben und die Toten in Felsnischen
oder Grabkammern bestattet. Eindrucksvoll, aber irgendwie auch unheimlich.
Um 11.30 Uhr holte uns der Transferbus dann am Hotel ab und brachte
uns zum Flughafen „Leonardo da Vinci“. Eine Dame der Lufthansa hatte
freundlicherweise alle Flugtickets für uns schon vorbereitet,
wir konnten unsere Koffer sofort aufgeben und hatten dann noch eine
Menge Zeit, um uns umzuschauen oder irgendwo einzukehren.
Die Preise in den Gastronomien dort waren – im Gegensatz zu anderen
Flughäfen – ganz normal. Um 14.40 starteten wir dann in Richtung
Düsseldorf, wo wir zwei Stunden später sicher landeten.
Nachdem alle ihre Koffer hatten, suchten wir unseren Bus der
Fa. Rath-Reisen, welcher schon auf uns wartete.

Wir verabschiedeten uns ausgiebig von unserer Reiseleiterin
Ingrid und fuhren dann nach Süchteln-Vorst,
wo wir gegen 18.00 Uhr eintrafen.
Nach einigen letzten Getränken
– Bier zu ganz normalen Preisen! –
verabschiedete man sich so nach und nach.
Damit war eine Sängerfahrt zu Ende, welche auf Grund der vielen
Eindrücke und Erlebnisse allen Teilnehmern für immer im Gedächtnis bleiben wird.

Winfried van Hoof


Bemerkung:

Ich würde sagen im Namen aller Beteiligten ..
Vielen Dank für diesen tollen Bericht lieber Winfried!


(Heiko H.)


 

 

 

 

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