mgvlogo
Home Aktuelles Kontakt Impressum  

Aktuelles
Sängerfahrt Rom 2011
Termine
Der Verein Heute
Hörproben
Die Geschichte unserer Fahne
Der Verein Damals
Grußworte
Chronik 1853 bis 1913
Chronik ab 1914
Chronik ab 1936
Chronik ab 1940
Chronik ab 1945
Chronik ab 1949
Chronik ab 1953 / 100 Jahre MGV
Chronik ab 1963
Chronik ab 1968
Chronik ab 1972
Chronik ab 1977 / 125 Jahre MGV
Chronik ab 1984
Chronik ab 1986
Chronik ab 1989
Schlusswort
Chorleiter
Das war 2018
Bilder
Chorforum
Übersicht
Archiv
Impressum
Datenschutzerklärung
 


Chronik des Männergesangvereins 1853 Süchteln-Vorst

1853 - 2003

 

Vorgeschichte

Ein Rückblick auf 150 Jahre bewegter und erfolgreicher Vereinsgeschichte lässt naturgemäß auch die Frage nach einem äußeren Anlass für die Gründung aufkommen. Das Aufblühen des Chorgesanges und die Entstehung zahlreicher Männerchöre in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist untrennbar mit dem Namen Carl Friedrich Zelter (1758 – 1832) verbunden. Geboren in Berlin als Sohn eines Maurermeisters und Bauunternehmers und lange Jahre Leiter des väterlichen Unternehmens, widmete er daneben seine große Liebe der Musik. Nach Erlernen des Klavier-, Geigen- und Orgelspiels trat er der 1791 gegründeten Berliner Singakademie bei und schuf eigene Kompositionen, wozu er die Fähigkeit von deren Leiter Fasch erwarb. Nach dessen Tod führte Zelter ab 1800 die Singakademie. Ein epochemachendes Ereignis war 1809 Zelters Gründung der Berliner Liedertafel, einer Sangesgenossenschaft von zunächst 24 Männern – als der zündende Funke für Beginn und Ausbreitung des Männergesangs.

Zelters Persönlichkeit und Genius werden auch dadurch deutlich, dass er Freund und musikalischer Berater Johann Wolfgang von Goethes (1749 – 1832) war, zu dessen Texten er 75 Lieder komponierte. Seine Schüler waren unter anderem Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847) und  Otto Nicolai (1810 – 1849).

 

Zelter war unermüdlich tätig, das bisher berufsmäßig organisierte Musikbildungswesen durch bürgerliche Musikvereine insbesondere in der Chormusik zu ergänzen. Der Erfolg seines Schaffens zeigte sich in der Gründung zahlreicher Singschulen und Chöre im ganzen Land. In Würzburg fand 1845 das 1. Deutsche Sängerfest statt.

Vor diesem Hintergrund sind die ersten Gründungen von Männergesangvereinen am Niederrhein schon kurze Zeit später zu sehen. Zu den ältesten Chören gehört der MGV 1853 Süchteln-Vorst.

Der Beginn

In Süchteln-Vorst taten sich 1853 einige junge Männer zusammen, um wie anderenorts in dieser Zeit einen Männerchor zu gründen. Nicht allein die Freude an Musik und mehrstimmigem Chorgesang waren das Motiv, sondern auch die Möglichkeit, Entspannung und Erholung im geselligen Sängerkreis nach einer harten Arbeitswoche zu finden. Einer der Gründer namens Hermann Hoeren, aus dem Arbeiterstand kommend  und später als Weber tätig, übernahm die Leitung und wurde erster Dirigent. Er muss über eine hervorragende musikalische Begabung verfügt haben, denn er führte den Verein schon im Gründungsjahr zum ersten öffentlichen Auftritt bei der feierlichen Einweihung des Missionskreuzes der St. Maria Empfängnis-Bruderschaft, das in der Wiese des Landwirts Schmeetz errichtet wurde – am heutigen Standort der St. Franziskus-Kirche.

Hermann Hoeren verstand es, mit nicht nachlassendem Eifer seine Sänger stimmlich zu entwickeln und den Chor voranzubringen. Die erarbeiteten Fähigkeiten ermöglichten es bald, auch an anderen Orten aufzutreten. So wurde an den Sängerfesten 1864 und 1866 in Vorst, 1872 in Hinsbeck, 1875 in Oedt, St. Tönis und Viersen, 1879 in Süchteln und Kempen mit Erfolg teilgenommen. Das 25jährige Jubiläum des jungen Chores war 1878 ein festliches Erlebnis für die ganze Sektion.

 

Gründer und 1. Chorleiter Hermann Hoeren

Dass nicht allein die Pflege des Chorgesanges und die Bewahrung des Liedguts als Aufgabe des Vereins verstanden wurden, sondern auch das soziale Engagement für die Nöte anderer einen hohen Stellenwert hatte, begleitet die ganze Chorgeschichte. So ist berichtet, dass am 15. April 1882 vom MGV zu Gunsten der Notleidenden in der Eifel ein Wohltätigkeitskonzert in Süchteln-Vorst veranstaltet wurde, das einen Reinertrag von 120 Mark brachte.

Krankheitshalber musste Hermann Hoeren die Chorleitung im gleichen Jahr aufgeben. Es gelang, den seit 1873 in Süchteln-Vorst als Hauptlehrer tätigen Robert Piekarek zu verpflichten, der am 18. Juni 1882 den Dirigentenstab übernahm. Hermann Hoeren wurde zum Präsidenten und Ehrendirigenten ernannt. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 19 Sänger. Die Stabführung des neuen Dirigenten begann mit der Vorbereitung des 30jährigen Jubiläums des MGV, das am 29. Juli 1883 unter Beteiligung von 12 Vereinen gefeiert wurde. Höhepunkt war die Weihe einer Fahne. Die guten Leistungen konnten unter der Leitung von Robert Piekarek fortgesetzt werden.

Als in den folgenden Jahren auf Initiative der St. Maria Empfängnis-Bruderschaft die Sektion mit einer Kapelle geschmückt werden sollte, fühlte der Verein sich selbstverständlich verpflichtet, bei der Realisierung dieses Zieles mitzuwirken. Überliefert ist eine Konzertveranstaltung im Jahr 1885, deren Reinerlös für den Kapellenbau zur Verfügung gestellt wurde.  

 


Die Kapelle 

Bereicherung und Wahrzeichen der Sektion – hatte nach der Überlieferung für die Sänger des MGV eine besondere Bedeutung: Das alljährlich vom Verein gefeierte Cäcilienfest begann, solange es in Süchteln-Vorst keine eigene Kirche gab, dort mit dem gemeinsamen Rosenkranzgebet.

 


Preisgekrönter Jubelchor

Robert Piekarek leitete den Verein bis zum Jahr 1895. Von ihm übernahm Johann Lücker den Dirigentenstab. Am 12. August 1900 führte er den Verein mit 28 Sängern in einen Wettstreit nach (jetzt: Oberhausen-) Osterfeld. Dort wurde der 2. Preis errungen. Das 50jährige Jubelfest konnte am 28. Juni 1903 unter Mitwirkung von 12 auswärtigen Vereinen glanzvoll gefeiert werden. Das goldene Jubiläum war gleichzeitig Weihetag, denn – so das erhaltene Redemanuskript des Vorsitzenden des Festausschusses -  „es ist dem Verein nach reiflichem und opferfreudigem Bemühen gelungen, das Vereinssinnbild durch eine neue Fahne auch nach außen hin zu dokumentieren. ... Im Anblick dieses kostbaren Kleinods geloben Sie sich feierlichst, dasselbe stets zu betrachten als das Sanktum des Vereins, um das sich alle Angelegenheiten drehen.“  Nicht überliefert sind Aussehen und Schicksal der Fahne  von 1883.

Die neue Fahne ist auf dem folgenden Erinnerungsfoto  gut zu erkennen. Sie zeigt einen goldenen Schwan vor dem Hindergrund der Lyra auf rotem Grund. Der Schwan als Symbol deutschen Liedguts und Chorgesangs anknüpfend an Richard Wagners Lohengrin (1850) war seinerzeit überaus gebräuchlich. Länger als vier Jahrzehnte diente die Fahne dem MGV, bevor sie mit dem Ende des 2. Weltkriegs als Beute nach Amerika gelangte und heute – was nach langer Verschollenheit erst vor kurzem bekannt wurde - ein Restaurant im U.S.-Bundesstaat Maryland schmückt.


Zur Erinnerung an das 50jährige Jubiläum des MGV im Jahr 1903


In einer Phase zunehmender politischer Spannungen und aufflammender Konflikte in Europa konnte der Verein am 29. und 30. Juni 1913 sein diamantenes, nämlich das 60. Jubiläum mit 42 aktiven Sängern festlich begehen. Dabei entstand dieses Foto:

 


 

 

 

 

(c) 2004-2009 MGV1853 / Webdesign & Hosting HH-CM Ihr EDV Partner in Viersen