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100 Jahre MGV

 

Nachdem der MGV am 10. Mai 1953 beim 90jährigen Jubiläum des befreundeten MGV 1863 Lobberich mitgewirkt hatte, feierte er in den Tagen vom 1. bis 3. August 1953 sein 100jähriges Bestehen unter Teilnahme zahlreicher Freunde, Förderer und der ganzen Sektion.

 

Die Feierlichkeiten, die unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Josef Steinbüchel und dem Protektorat von Theodor Borg standen,  begannen am Samstag, dem 1. August, mit einem großen Festkonzert im Saalbau Eickes unter Mitwirkung des verstärkten Kammerorchesters der Stadt Mönchengladbach. Bei diesem Anlass wurde dem MGV eine prächtige neue Vereinsfahne überreicht. Da die frühere Fahne von 1903, wie berichtet, mit dem Kriegsende verloren gegangen war, hatten die Frauen der Vereinmitglieder ihre Verbundenheit mit dem Verein dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie mehrere Jahre lang sparten, um dem MGV eine Fahne stiften zu können. Maria Weyers hatte sich bei der Realisierung dieses Zieles besonders verdient gemacht. Sie wurde in Anerkennung ihrer Verdienste zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

 

Bürgermeister Steinbüchel zollte in seiner Festrede den hervorragenden künstlerischen Leistungen des Vereins die gebührende Anerkennung. Er dankte aber auch dafür, dass der Chor sich stets in den Dienst so mancher sozialen Tat gestellt und bei allen sonstigen vaterstädtischen Veranstaltungen gerne zur Verfügung gestanden habe. Sein besonderes Verdienst sei es, die Jugend für 

die Pflege des deutschen Liedes und damit für eine ideale Sache gewonnen zu haben.

 

 Der Sonntag begann mit einem Festhochamt in der „Notkirche“ St. Franziskus unter Mitgestaltung durch den Kirchenchor. Höhepunkt war auch hier die Einsegnung der neuen Vereinsfahne. Es folgte eine Feierstunde auf dem Friedhof zu Ehren der verstorbenen Sangesbrüder. Nach einem Morgenkonzert in den Gartenanlagen des Gasthofs van Gerven  durch die befreundete Muziekvereniging „Fanfare“ Velden/Holland mit 55 Bläsern fand ein Festzug durch die Sektion statt. Mit einem Freundschaftssingen von zwölf Vereinen und Festbällen in den Sälen Eickes und van Gerven klang der Jubeltag aus. Den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten am 3. August bildete ein Sektionsfest.  

 





Der MGV im Jubiläumsjahr 1953








Das Wirtschaftswunder 

Die rasche Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse schuf die Grundlage für tiefgreifende Veränderungen. Im Positiven bedeutete das für die Sektion Süchteln-Vorst unter anderem, dass die „Notkirche“ an der Oedter Straße auf dem Gelände des heutigen Spielplatzes vor dem Kindergarten durch den Bau einer richtigen großen Kirche ersetzt werden konnte. Der erste Spatenstich hatte auf dem Grundstück der Kapelle von 1889, die dem Kirchbau weichen musste, am 5. Oktober 1952 stattgefunden. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 14. Mai 1953, nachdem das Rektorat St. Franziskus am 13. März 1953 zur Pfarre erhoben wurde. Am 30. Mai 1954 wurde die neue Kirche dem heiligen Franziskus geweiht.

 

Die Orgel war bei der Kirchweih noch nicht an ihrem Platz. Sie war Wochen zuvor in der „Notkirche“  abgebaut und zur Werkstatt Seifert nach Kevelaer transportiert worden, um sie für die neue Kirche umzubauen. Dazu war sie in zwei Teile aufzuteilen, die rechts und links von der Portal-Rosette der Kirche angeordnet wurden. Der Spieltisch erhielt seinen Platz in der Mitte. Für die zahlreichen kirchlichen Anlässe, bei denen der MGV mitwirkte, war nun nach der drangvollen Enge in der Notkirche reichlich Raum vorhanden.

 

Die Veränderung der Lebensumstände, die mit dem Begriff des Wirtschaftswunders verbunden war, hatte jedoch auch eine für den MGV deutlich spürbare Kehrseite. Gehörten dem Verein bei seinem 100jährigen Jubiläum noch 94 Mitglieder an,  so trat danach ein erheblicher Rückgang ein. Das Streben nach materiellen Gütern, die nun rasch zu erlangen waren, und die zunehmende Vielfalt der Freizeitgestaltung ließen die bisherigen ideellen Ziele der Pflege des Liedgutes, der Harmonie der Sangesgemeinschaft und der sozialen und gesellschaftlichen Bindung für eine Reihe von Mitgliedern in den Hintergrund treten. Mehr und mehr Sänger, darunter solche, die länger als 25 Jahre mitgewirkt hatten, verließen den Verein. Gleichzeitig ließ das bisher rege Interesse des Publikums an Konzertveranstaltungen nach.

 

Das Amt des 1. Vorsitzenden, das Peter Schroers 25 Jahre innegehabt hatte, ging in dieser schwierigen Phase anlässlich der Jahreshauptversammlung am 9. Januar 1955 auf Josef Winkels über, der bislang 2. Vorsitzender war.

 

Erstaunlich ist die Tatkraft, mit der die reduzierte Sängerschar das Programm weiterführte. Frühjahrs-, Herbst- und Freundschaftskonzerte, viertägige Karnevalsbälle, Ausflüge, Frühlings-, Sommer- und Winzerfeste, Cäcilien- und Nikolausfeiern wurden weiterhin veranstaltet.  Nicht nur das, es konnten sogar Investitionen vorgenommen werden. So wurde am 5. April 1956 ein neues (gebrauchtes) Klavier angeschafft und zum Winzerfest am 13. Oktober des gleichen Jahres unter der Bühne im Saal Konrad Eickes eine Bar eingebaut. Die dabei emsig tätigen jungen Sangesbrüder wurden vom geschäftsführenden Vorstand tatkräftig unterstützt; nach dem Protokoll  waren der 1. Vorsitzende Josef Winkels und der 2. Vorsitzende Ludwig Joeken zeitweise Handlanger und Putzer.

Dass die Entwicklung beim MGV 1853 Süchteln-Vorst für einen Gesangverein nicht ungewöhnlich war, geht aus einem Protokoll über den Kreissängertag am 6. April 1957 in Rheydt hervor. Von 174 Mitgliedsvereinen des Sängerkreises Mönchengladbach waren lediglich 63 vertreten. Dies wurde vom 1. Kreisvorsitzenden damit begründet, dass die geringe Besucherzahl der allgemeinen Tendenz der Sängerbewegung entspräche. In den letzten Jahren hätten die Vereine zum Teil bis zur Hälfte ihres Mitgliederbestandes eingebüßt.

 

Mehrere Todesfälle hatte der Verein im Jahr 1957 zu beklagen. Am 20. April verstarb der Bürgermeister a. D., Ehrenbürger der Stadt Süchteln und Ehrenmitglied des MGV Josef Steinbüchel. Der noch am 24. Juni für 60jährige Vereinsmitgliedschaft geehrte Sänger Johann Grefkes wurde am 24. Juli bestattet. Der Sangesbruder und Ehrenvorsitzende Peter Schroers, der 25 Jahre die Geschicke des Vereins als 1. Vorsitzender geleitet hatte, verschied am 26. September.

 

Doch gibt es auch Erfreuliches zu berichten. Nach dem in der Vorgeschichte als Mitbegründer des Chorwesens genannten Carl Friedrich Zelter  wurde eine staatliche Anerkennung für Laienchöre bereits 1922 vom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Boelitz, durch Runderlass geschaffen. Zunächst waren dies drei künstlerisch gestaltete Gedenkblätter aus Anlass des 50-, 75- und 100jährigen Bestehens. Etwas später traten an die Stelle der Gedenkblätter Plaketten in Bronze, Silber und Gold. Der Krieg setzte den Verleihungen ein Ende.

 

Nach dem Krieg regte der Deutsche Sängerbund die Wiederaufnahme der Verleihung in Anerkennung langjähriger Bemühungen und besonderer Leistungen auf dem Gebiet des Chorgesangs an. Am 7. August 1956 unterzeichnete Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss den Erlass, mit dem die Zelter-Plakette erneut gestiftet wurde. Sie ist Vereinen vorbehalten, die mindestens 100 Jahre bestehen und sich um die Pflege des deutschen Chorgesanges und des Volkslieds besonders verdient gemacht haben. Die erste Verleihung fand im Jahr 1957 statt. Dabei wurde auch der MGV 1853 Süchteln-Vorst ausgezeichnet.

 

Die Verleihung fand am Sonntag, dem 26. Mai 1957 in der Kölner Messehalle V statt. Der Vorsitzende der Heilbronner Chorgemeinschaft nahm die Plakette aus der Hand des Bundespräsidenten symbolisch für alle 850 Vereine, die an der ersten Ehrung teilnahmen, entgegen.

 





Zelter-Plakette


Bundespräsident Heuss bei der Verleihung


Verleihungsurkunde

Die folgenden Jahre verlangten von den Verantwortlichen aufopfernden Einsatz, den Fortbestand des MGV trotz der gesellschaftlichen Veränderungen zu sichern. Es war zwar gelungen, wieder junge Sänger für den Verein zu gewinnen, doch ließ nun der Probenbesuch zu wünschen übrig. Gleichzeitig litten die Veranstaltungen des Vereins unter einem erheblichen Rückgang an Besuchern.

 

Der Protektor Theodor Borg und der 1. Vorsitzende Josef Winkels riefen in mehreren, teils außerordentlichen Hauptversammlungen die Sänger dazu auf, dem Zeitgeist entgegenzutreten, fest zusammenzustehen und weiter auf dem traditionsreichen Weg zu bleiben. Bei ihren Appellen wurden sie von Chorleiter Aloys Neschen und Ehrendirigent Hermann Lücker eindringlich unterstützt.

 

In dieser schwierigen Phase zeigte sich einmal mehr, wie innig die Verbundenheit des Protektors mit seinem MGV war. Obwohl sein Amt als Bürgermeister der Stadt Süchteln neben seinem unternehmerischen Wirkungskreis seine ganze Leistungskraft forderte, nahm er sich stets die notwendige Zeit, um den Verein zusätzlich zu seiner finanziellen Förderung durch Rat und Tat in jeder Weise zu unterstützen. Sein Wohlwollen und seine vielfältige Hilfe bleiben unvergesslich.

 

Mit etwa 40 aktiven Sängern wurden am 1. Dezember 1957 ein Konzert in Oedt mit der dortigen Sängervereinigung sowie am 30. November 1958 ein Gemeinschaftskonzert mit dem Kirchenchor St. Franziskus im Saalbau Eickes aufgeführt.

Beim 95jährigen Jubiläum der Muziekvereniging „Fanfare“ Velden/Holland am 28. Juni 1959 wirkte der MGV durch 6 Liedvorträge mit. Der 26. November 1960 brachte ein gut besuchtes Gemeinschaftskonzert mit dem Westender Männerchor

Mönchengladbach im Saalbau Eickes. Für das Jahr 1961 ist nicht über Konzerte zu berichten. Der Chorleiter und der 1. Vorsitzende äußerten anlässlich der Jahreshauptversammlung am 13. März 1961 jedoch die Hoffnung, dass anknüpfend an den Erfolg des Gemeinschaftskonzerts mit dem Westender Männerchor ein „Aufblühen erwartet werden könne“. Beim Rosenmontagszug in Süchteln beteiligte sich der MGV mit einem Wagen, der als der beste des gesamten Zuges bezeichnet wurde.

 

Ende 1961 hatte der Verein noch 38 aktive Mitglieder. Der langjährige verdiente Chorleiter Aloys Neschen, der den MGV zu den großen Erfolgen geführt hatte, legte im Februar 1962 das Dirigat nieder. Sein Nachfolger wurde ab 1. März 1962 der Kirchenmusiker Hermann Josef Schäfer aus Mönchengladbach-Venn. Er verstand es, durch seine Aufgeschlossenheit schnell Kontakt zu den Sängern zu finden und das Leistungsvermögen des Chors anzuregen. Ein erster Erfolg zeigte sich am 6. Juli 1962 bei einem Freundschaftssingen anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten des Männergesangvereins Dilkrath. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war ein Gemeinschaftskonzert mit dem Gesangverein Waldhausener Höhe Mönchengladbach am 1. Dezember 1962 im Saalbau Eickes. Die gezeigten Leistungen, die gute Besucherzahl und die positiven Pressestimmen waren Grund, die Zukunft wieder verheißungsvoll erscheinen zu lassen,

 

In der Zeit vom 6. bis 8. Juli 1963 feierte der MGV sein 110jähriges Bestehen.





Protektor Theodor Borg


Der stellvertrende Landrat Dortans überreicht als Festgabe des Kreises einen silbernen Wandteller


Der MGV 1853 Süchteln-Vorst im Festzug

 

 

 

 

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