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Treue in Kriegs- und Notzeiten

 

Die dunklen Wolken verdichteten sich und das entstandene politische Pulverfass wurde durch die Schüsse von Sarajewo 1914 gezündet. Der Erste Weltkrieg brach aus und griff unbarmherzig in die Geschicke des MGV ein. Von 25 Sängern, die zu den Waffen gerufen wurden, kehrten 9 nicht zurück. Sie gaben ihr Leben für das Vaterland, für uns und unsere Heimat. Ihre Namen sind in goldenen Lettern auf der Ehrentafel im Vereinslokal zum steten Gedenken festgehalten:

Alois Moers, Peter Kessels,

Konrad Krimmers, Jakob Josten,

Johann Küsters, Mathias Grefen,

Mathias Kessels, Theodor Krimmers,

Peter Scheuten.

 

Mit 38 Sängern wurde 1918 nach Beendigung des Krieges die Probenarbeit wieder aufgenommen. Bis zum Jahr 1919 leitete Johann Lücker den Verein. Von ihm übernahm sein Sohn Hermann Lücker am 4. Mai 1919 den Dirigentenstab. Johann Lücker wurde auf Grund seiner Verdienste am 8. Dezember 1919 zum Ehrendirigenten ernannt.

 

Unter der Leitung des Sohnes trat der Verein im September 1920 erstmals nach dem Kriege wieder mit einem Konzert an die Öffentlichkeit. Am 15.  März 1921 folgte zusammen mit der Sängervereinigung Süchteln ein großes Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der deutschen Kinderhilfe. In den Jahren 1921 und 1922 beteiligte sich der MGV an Sängerwettstreiten in Hinsbeck, Viersen und Anrath.

 

Hermann Lücker musste sein Amt aufgrund anderweitiger beruflicher Verpflichtungen schon 1922 wieder aufgeben. Musikdirektor Karl Seepe aus Viersen konnte als Nachfolger gewonnen werden. Er übernahm den inzwischen auf 72 aktive Sänger gewachsenen Chor. Unter seiner Leitung wurden in den Jahren 1923 und 1924 beachtliche Erfolge erzielt und auch verschiedene Operetten aufgeführt. Der Anklang war so groß, dass davon die „Winzer-Liesel“ nicht weniger als viermal über die Bretter ging.


Dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend wurden verdiente Sänger mit derart künstlerisch gestalteten und romantisch verklärten Urkunden geehrt.

Weil diese beiden irgendwann in den Besitz des MGV  zurückgelangten, blieben sie der Nachwelt im Vereinsarchiv als Kontrast zu der heute üblichen Urkundengestaltung erhalten.


Nachdem Musikdirektor Karl Seepe sein Dirigat Ende 1924 niederlegte, übernahm Heinrich Borgs aus Grefrath die musikalische Leitung. Er  konnte an die bisherigen Leistungen anknüpfen und brachte den Chor ein gutes Stück voran. In der Zeit vom 4. bis 6. Juni 1927 feierte der befreundete MGV Concordia Süchteln sein 50jähriges Bestehen und der MGV 1953 Süchteln-Vorst nahm mit 60 Sängern an Festzug und Jubiläumskonzert teil.

 

Nun nahte das eigene 75jährige Jubiläum. Das große Jubelfest wurde in den Tagen vom 29. bis 31. Juli 1928 gebührend unter Beteiligung der ganzen Sektion und Mitwirkung 15 anderer Gesangvereine und des Kolping-Orchesters mit Konzerten, Bällen und einem Festzug begangen. Der Bruderverein MGV Concordia Süchteln überreichte eine goldene Sängerkette, die leider wie die Vereinsfahne beim Einmarsch der alliierten Truppen 1945 abhanden kam.

Erinnerungsfoto an die 75jährige Jubiläumsfeier

 




Festzug durch die Sektion


In lockerer Aufstellung


Gefeierte Jubilare


Volkstümliche Aufführung


Schnappschüsse vom 75jährigen Jubiläum


Ein das Jubiläumsjahr abschließendes Ereignis war das Herbstkonzert am 28. Oktober 1928 mit einer   anspruchsvollen Aufführung und Danksagung  an die Sektion, wie das folgende Programm zeigt:


Der Wunsch der Süchteln-Vorster, in der Sektion eine Kirche zu haben, hatte bereits 1922 zur Gründung eines Kirchbauvereins geführt. Im Jahr 1929 wurde an der heutigen Oedter Straße ein Saal erworben, der zur „Notkirche“ umgebaut wurde. Die Kirche konnte am 15. Dezember 1929 zur Freude der Sektion eingeweiht werden. Natürlich reichte das Geld nicht zur Anschaffung einer Orgel – ein Harmonium stand für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste zur Verfügung. So hatte der M.G.V. endlich auch seine kirchliche Heimat im Ortsteil gefunden. Am 5. Mai 1932 wurde das Pfarr-Rektorat St. Franziskus errichtet.

Zusammenhalt in schwerster Zeit

Die Weltwirtschaftskrise mit ihrer großen Arbeitslosigkeit auch für Deutschland stellte den M.G.V. 1930/1931 auf eine harte Bewährungsprobe. Nicht wenigen Sängern fehlte die Erwerbsgrundlage, um weiter am Vereinsleben teilnehmen zu können. Jetzt zeigte sich eine großartige Kameradschaft und Solidarität. Jeder der konnte, half mit, dass allen Sängern die wöchentliche Probe möglich war und Konzerte veranstaltet werden konnten. Unter den Helfern ist Peter Förster besonders zu erwähnen, dessen persönlicher und opferfreudiger finanzieller Einsatz für das Durchstehen dieser schwierigen Phase ausschlaggebend waren. Der Verein veranstaltete Frühjahrs- und Herbstkonzerte und wirkte bei einem Wohltätigkeitskonzert der Süchtelner Gesangvereine am 6. März 1932 in der Königsburg  zu Gunsten des Hilfswerks mit. Das 80jährige Jubiläum wurde 1933 in bescheidenem Rahmen gefeiert.

Frohsinn und Geselligkeit in der Gemeinschaft des MGV ließen die widrigen äußeren Umstände zeitweise etwas leichter ertragen, wie dieses Foto vom Pfingstausflug 1931 zeigt.

 


Zu den Gratulanten anlässlich des 80jährigen Jubiläums zählte auch Reichspräsident Paul von Hindenburg.

Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und Hitlers Diktatur waren tiefe Einschnitte in das Vereinswesen verbunden. Ziel war es, das Führerprinzip und die nationalsozialistische Weltanschauung in den Vereinen zu verankern und sie zum Werkzeug der Herrschenden zu machen. Der MGV widerstand massivem politischen Druck und führte seine christlich-kulturell geprägte Arbeit weiter. Das Amt des 1. Vorsitzenden hatte in dieser schwierigen Zeit ganz besonderer Verantwortung Peter Schroers seit 1928 inne.

1935 musste Heinrich Borgs wegen Erkrankung nach sehr erfolgreicher Tätigkeit die Chorleitung aufgeben. Neuer Dirigent wurde Jakob Lohberg. Unter seiner Stabführung besuchte der MGV 1935 die Sängerfeste in Dülken und Breyell.  Der Goldjubilar und Ehrendirigent des Vereins Johann Lücker schloss am 11. März 1935 im Alter von 75 Jahren für immer die Augen. Der Chor verabschiedete sich bei den Beerdigungsfeierlichkeiten mit dem Bardenchor „Stumm schläft der Sänger“ von seinem verdienstvollen musikalischen Leiter und der 1. Vorsitzende sprach bewegende Worte des Abschieds.

 

Von den Söhnen des Verstorbenen erhielt der MGV das folgende Vermächtnis.

 


 

 

 

 

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